Chronik

Auszug aus der Vereinsgeschichte des Fanfarenzuges „Fränkische Herolde” Dertingen

Der Fanfarenzug „Fränkische Herolde” Dertingen wurde im Jahre 1956 über den Bund der Landjugend im Bauernverband Baden-Württemberg und des Landwirtschaftsamtes Tauberbischofsheim von 14 jungen Männern aus Dertingen gegründet.

Diese haben eine echte Tradition als Gegenstand ihrer Aufgabe, als Erhalter eines Zweiges der musikalischen Kultur, die neben der Kunstmusik und auch neben der Volksmusik durchaus eine eigenständige Berechtigung hat. Man spielt Fanfarenmärsche, bei denen die ältesten aus dem 16. / 17. Jhd. stammen. Aber auch eigens komponierter Konzertstücke gehören heute zum Spielgut des Dertinger Fanfarenzuges.

Im Dezember 1957 trat der Fanfarenzug dem Verband Südwestdeutscher Fanfarenzüge bei.

Bereits nach wenigen Jahren trat der Dertinger Fanfarenzug bei großen und bekannten Veranstaltungen auf wie z.B.:

  • 1958 beim Weltleistungspflügen in Hockenheim
  • 1961 beim deutschen Landring in Ravensburg
  • 1963 bei der Grünen Woche in Berlin
  • 1966 bei der DLG-Ausstellung in Frankfurt
  • 1966 bei einem Volksfest in Belfort(Frankreich)
  • 1968-1971 bei Faschingsumzügen in Nürnberg

Bedingt durch eine schwere Krankheit des musikalischen Leiters Karl Hergenhan ging die Aktivität des Fanfarenzuges Anfangs der 70er Jahre deutlich zurück.

Durch großen Idealismus einiger Mitglieder zur Fanfarenmusik wurde 1974 der Neuaufbau, mit dem musikalischen Leiter Helmut Heunisch, beschlossen.
Die Zahl der Mitglieder stieg in wenigen Monaten rasant an und der Verein hatte zwischenzeitlich mehr als 80 aktive Spielleute in einer Gemeinde mit ca. 850 Einwohnern.

Es folgten Aufenthalte in den Partnerstädten Salon de Provence (Frankreich) 1976 u. 1984 und Miramas (Frankreich) 1980, Huntington (England) 1988.
Mit der Trachtenkapelle Markt Hartmannsdorf aus der Steiermark (Österreich) wurde 1980 eine Freundschaft geschlossen, die nach über 30 Jahren immer noch Bestand hat. Es gab mehrere Besuche der Fränkischen Herolde in Österreich, und Gegenbesuche der Trachtenkapelle Markt Hartmannsdorf in Dertingen, wie auch am Weinfest 2006. Darüber hinaus gibt es viele private Kontakte, die ständig gepflegt werden.

Ebenso bemerkenswert war die Fahrt nach Debrecen (Ungarn), wo man bei einem absolut beeindruckendem Blumencorso teilnahm und diesen Auftritt mit einem erlebnisreichen Ausflug durch die Pusta und Budapest verband.
Auch die Tschechoslowakei (1991) mit dem Auftritt in Prag bleibt vielen in Erinnerung.

Ein weiterer Höhepunkt war für die Mitglieder 1992 eine einwöchige Fahrt nach Callela (Spanien).

Wie schon 1963 besuchte der Fanfarenzug 2001 wieder die Grüne Woche in unserer Bundeshauptstadt Berlin und verband den Auftritt mit einem 3-Tages-Ausflug.

Immer wieder gab es auch mehrtägige Ausflüge im Inland, wie z.B. der Besuch der Bundesgartenschau in Bonn, der Besuch am Bodensee/Singen oder der Ausflug nach Naumburg u. Freyburg(Unstrut). Wittenberg, (beim Stadtfest wird Luthers Hochzeit nachgestellt).

Neben den vielen Auftritten im In- und Ausland gab es auch Wohltätigkeitsveranstaltungen für:

  • das Kinderhilfswerk Frankfurt
  • das SOS-Kinderdorf auf Haiti
  • die MS-Gruppe Wertheim
  • einer Partnerschule in Ilubabor (Äthiopien)
  • der Kinderkrebsstation Regenbogen in Würzburg

Bei Schallplatten-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen wirkte der Fanfarenzug ebenfalls mit.

1982 wurde der Fanfarenzug Mitglied vom Verband für das Spielmannswesen in Baden Württemberg.

Aufgrund der vielen jugendlichen Aktiven beschloss man im Jahre 1981 den Jugendfanfarenzug „Fränkische Herolde“ Dertingen zu gründen.

Die größten Erfolge des Jugendzuges:

  • Sieger bei Wettstreiten in Schriesheim, Biblis, Groß-Gerau, Dossenheim, Schwetzingen
  • Landesmeister von Baden-Württemberg: 1982 – 1996 in ununterbrochener Folge, 1999 und 2003.
  • Deutscher Meister der Jugend 1985,1989,1991 und 1993.

Die größten Erfolge des Seniorenzuges:

  • Sieger bei Wettstreiten Groß-Gerau, Schwetzingen, Biblis, Mannheim, großer Preis von Westfalen
  • 24 mal 1. Sieger bei 36 Teilnahmen in Schriesheim
  • Alfred-Meckel-Gedächtnispokal in Neubrunn
  • Franken-Gold-Pokal in Neubrunn
  • Landesmeister von Baden Württemberg 1984, 1986, 1988, 1989, 1990, 1995, 1996, 1998, 2002, 2004, 2005, 2006, 2007, 2011
  • Deutscher Vizemeister 1986
  • Gold-Medaille bei der Deutschen Meisterschaft 2012

Der Verein ist seit 2014 unter der Leitung von Julia Baumann und hat etwa 200 Mitglieder, davon momentan etwa 40 aktiv.

Musikalischer Leiter von 1973 bis 2011 war ununterbrochen unser heutiger Ehrendirigent Helmut Heunisch

Seit der Landesmeisterschaft 2011 ist Helmut nut noch stellvertretend tätig und die Leitung hat Michael Hemrich übernommen.

Stand Juni 2016